BluePrint

BluePrint 2017-08-23T17:23:28+00:00

Neben dem MammaPrint- kann der Arzt auch den BluePrint-Test anfordern.

Beim BluePrint-Test wird untersucht, wie die Informationen von 80 Genen im Tumorgewebe zum Ausdruck kommen und welcher molekulare Subtyp sich daraus ergibt. Der Brustkrebstumor wird in einen der folgenden Subtypen eingestuft: Luminal-, Basal- oder HER2-Typ. In der medizinischen Literatur finden sich immer mehr Beweise dafür, dass die Klassifikation in molekulare Subtypen Aussagen über die Reaktion auf bestimmte Therapien, wie Chemo- und Hormontherapie, ermöglicht. 1

Welche Informationen liefert der BluePrint-Test?

Die molekulare Subtypisierung des BluePrint-Tests bietet Ihrem Arzt Informationen über die Funktion der Tumorzellen unter der Zelloberfläche. Der Brustkrebstyp kann mithilfe klassischer Techniken (wie IHC oder FISH) bestimmt werden. Dabei wird der Tumor jedoch lediglich anhand der Eigenschaften seiner Zelloberfläche beurteilt. Der BluePrint-Genexpressionstest gewährt tiefere Einblicke, in dem dabei untersucht wird, welche Gene das Verhalten der Tumorzellen von innen heraus steuern und ob die gesteuerten Proteine auch funktionell sind.

Molekulare Brustkrebs-Subtypen

BluePrint ist ein Test, mit dem der molekulare Subtyp Ihres Tumors festgestellt wird. Dies ist vor allem bei Brustkrebspatientinnen mit erhöhtem Risiko eines erneuten Auftritts des Brustkrebses (Metastasierung) von Bedeutung. Der BluePrint-Test ergibt in den meisten Fällen eine Bestätigung der Untersuchungsergebnisse im Klinikum. Mintunter weicht das Ergebnis des BluePrint-Tests jedoch von früheren Ergebnissen im Krankenhaus ab und kann es sinnvoll sein, mit Ihrem Arzt zu besprechen, was dies bedeutet.

Mit der Kombination des MammaPrint- und des BluePrint-Tests lassen sich vier Subtypen feststellen:

Luminal A (MammaPrint Geringes Risiko/BluePrint-Ergebnis Luminal): Dies ist der am häufigsten diagnostizierte Brustkrebstyp (bei 50-60 % aller Brustkrebserkrankungen), der sich oft nur mit einer Hormontherapie behandeln lässt. Denn dieser Typ weist ein hohes Expressionsniveau des Östrogenrezeptors (ER) auf. Das bedeutet, dass dieser Brustkrebstyp hormonsensitiv ist und gut auf die Hormontherapie reagiert. Verglichen mit anderen Subtypen weist dieser Subtyp ein geringeres Rezidivrisiko auf, was das MammaPrint-Ergebnis bestätigt.

Luminal B (MammaPrint Hohes Risiko/BluePrint-Ergebnis Luminal): Bei 15-20 % der Brustkrebstumore wird der Subtyp Luminal B diagnostiziert. Das bedeutet, dass das MammaPrint-Ergebnis anzeigt, dass der Tumor ein erhöhtes Metastasierungsrisiko aufweist. In diesem Fällen wird daher zumeist auch eine Chemotherapie vorgeschlagen. Die Tatsache, dass der Tumor dem Luminal-Typ angehört, weist darauf hin, dass er stark hormongesteuert ist und mit großer Wahrscheinlichkeit auch gut auf eine Hormontherapie reagiert.

Basal-Typ (auch „Triple negativ“ genannt)
Bei ungefähr 15 % der Brustkrebstumore lautet das Ergebnis Basal-Typ. Diese Tumore sind zumeist „triple negativ“. Das bedeutet, dass bei diesem Tumor weder der Östrogen (ER)- noch der Progesteronrezeptor eine Überexpression zeigt und dass das Protein HER2* fehlt. Mit anderen Worten: dreifach negativ. Bei einem Brustkrebs vom Basal-Typ (oder triple negativem Brustkrebs) besteht ein erhöhtes Metastasierungsrisiko und eine Chemotherapie ist sinnvoll, um dieses Risiko zu verringern.

HER2-Typ
Bei Tumoren des Typs HER2-positiv findet sich eine Überproduktion des Proteins HER2*. Dieses Gen steuert das Wachstum und das Streuen von Krebszellen. Für HER2-positive-Tumore gibt es spezielle Therapien die das Metastasierungsrisiko senken.

Die Anti-HER2-Behandlungen werden zumeist zusammen mit einer Chemotherapie verordnet. Wenn der HER2-Tumor auch stark hormongesteuert ist, kann der BluePrint-Test das Ergebnis „Luminal-Typ“ ergeben. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine HER2-spezifische Therapie keinen Sinn macht, sondern dass möglicherweise auch eine zusätzliche Hormontherapie sinnvoll ist.

*HER2: Humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2

1.Cardoso F, et al. Can Surrogate Pathological Subtyping Replace Molecular Subtyping? Ergebnisse aus der MINDACT Studie. Posterpräsentation auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium Dezember 2016; San Antonio, Texas.