MammaPrint

MammaPrint 2017-08-04T17:49:46+00:00

MammaPrint ist ein Test, mit dem 70 spezifische Gene in Ihrem Tumor auf ihre Aggressivität untersucht werden. Mit anderen Worten: mit MammaPrint lässt sich bestimmen, wie groß das Metastasierungsrisiko des Brustkrebses ist.

Wenn Sie Brustkrebs haben, erstellt Ihr Arzt einen Behandlungsplan, der von den klinischen Eigenschaften des Tumors abhängt, wie beispielsweise der Größe und Hormonsensitivität des Tumors (auch Hormonrezeptor-, „ER“- oder Östrogenrezeptorstatus genannt) und des eventuellen Befalls von Lymphknoten. Diese Faktoren können, gegebenenfalls zusammen mit dem Ergebnis des MammaPrint-Tests, helfen, einen persönlichen Behandlungsplan aufzustellen, und Ihnen und Ihrem Arzt bei der Entscheidung, ob eine Chemotherapie erforderlich ist oder nicht, behilflich sein.

Für wen ist der MammaPrint-Test geeignet?

MammaPrint wurde für Brustkrebspatientinnen mit so genanntem „invasivem Brustkrebs im Frühstadium“ entwickelt, bei denen der Tumor nicht größer als 5 cm ist und maximal 3 befallene Lymphknoten gefunden wurden. Nach den aktuellen deutschen AGO Mamma Leitlinien und den aktualisierten St. Gallen Leitlinien 2017 für die Brustkrebsbehandlung kann ein MammaPrint-Test zur Risikoanalyse bei Brustkrebs eingesetzt werden. Bitte fragen Sie Ihren behandelnden Arzt, ob der MammaPrint-Test in Ihrer Situation geeignet ist.

Das Ergebnis

Das Ergebnis des MammaPrint-Tests zeigt das Metastasierungsrisiko an. Mit anderen Worten, wie gering oder wie groß das Risiko ist, dass die Erkrankung erneut auftritt und in andere Körperteile streut.

Was bedeutet das Ergebnis “Geringes Risiko”?

Ein MammaPrint-Test mit dem Ergebnis „Geringes Risiko“ bedeutet, dass das Risiko einer Metastasenbildung bei Ihnen gering ist und dass in vielen Fällen auf eine Chemotherapie verzichtet werden kann.

So liegt die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit, dass sich in einem Zeitraum von 5 Jahren keine Metastasen bilden, bei Patientinnen, die an der häufigsten Brustkrebsart erkrankt sind (Hormonrezeptor positiv, HER2-negativ, ohne Lymphknotenbefall) und ausschließlich mit einer Hormontherapie behandelt werden, beim Testergebnis „Geringes Risiko“ bei 97,8 %.1

Was bedeutet das Ergebnis “Hohes Risiko”?

Bei einem MammaPrint-Test mit dem Ergebnis “Hohes Risiko” ist das Metastasierungsrisiko erhöht und in vielen Fällen eine Chemotherapie angezeigt.2

So liegt die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit, dass sich in einem Zeitraum von 5 Jahren keine Metastasen bilden, bei Patientinnen, die an der häufigsten Brustkrebsart erkrankt sind (Hormonrezeptor positiv, HER2-negativ, ohne Lymphknotenbefall) und sowohl mit einer Chemo- als auch einer Hormontherapie behandelt werden, beim Testergebnis „Hohes Risiko“ bei 94,6 %.1

Die Entstehung des Tests

Der MammaPrint-Test wurde im niederländischen Antoni-van-Leeuwenhoek-Krebsinstitut von zwei Wissenschaftlern (Prof. Laura van ’t Veer und Prof. René Bernards) entwickelt, die auch heute noch mit Agendia, dem Unternehmen, bei dem der Test durchgeführt wird, verbunden sind.

Diese Wissenschaftler haben die Zelleigenschaften (Gene) der Tumore von Patientinnen mit früher Metastasenbildung mit den Zelleigenschaften von Patientinnen ohne Metastasierung innerhalb von 5 Jahren nach der Diagnose verglichen. Dabei hat sich gezeigt, dass 70 dieser Gene für die Entstehung von Metastasen maßgebliche Bedeutung haben. Die Gesamtaktivität dieser Gene bildet das 70-Gene-Profil von MammaPrint, das anschließend in vielen internationalen klinischen Studien bei Brustkrebspatientinnen ausführlich untersucht und getestet wurde.

Das Labor

Der MammaPrint-Test wird in einem Speziallabor von Agendia durchgeführt. Das Labor erfüllt die strengsten Anforderungen und wird regelmäßig von unabhängigen, externen nationalen und internationalen Instanzen kontrolliert. Die Durchführung des Tests ist gesetzlich an strenge Qualitätsanforderungen gebunden. Dies gewährleistet die Zuverlässigkeit des MammaPrint-Tests.

1. Cardoso, F., et al. N Engl J Med 2016; 375: 717-29.

2. Knauer, M., et al. Breast Cancer Res Treat, (Mar 2010) 120(3):655-661